3.5.2026
Ausstellung 

Nach dem Zucker — Transformationsprozesse an der Grenze

mit Werken von: Ilona Németh, Gabriele Sturm, Catrin Bolt, transparadiso, Isa Rosenberger, Paul Busk, Linda Luse

Künstler:innen / Artists: Ilona Németh, Gabriele Sturm, Catrin Bolt, transparadiso, Isa Rosenberger, Paul Busk, Linda Luse

Kuratiert von / Curated by: Barbara Holub

Laufzeit / Duration: 3. Mai - 28. Juni 2026

Ort / Location: Zuckerfabrik Siegendorf

Öffnungszeiten / Opening hours: Samstag / Saturday & Sonntag / Saturday 13–17 h

Fotos: Lorenz Kunath

Einst kam das Luxusgut Zucker aus Übersee-Plantagen, in denen Sklaven die Arbeit verrichten mussten. Erst als Napoleon diesen frühen Welthandel ab 1807 mit seiner „Kontinentalsperre“ drastisch beschränkte, begann man in Europa Zucker aus Rüben zu produzieren. Die Ausbeutung von ArbeiterInnen auf Zuckerrohrplantagen setzt sich jedoch bis heute fort.

Die Kultur des Geschmacks wiederum unterliegt sowohl Moden des Konsums als auch wissenschaftlichen Erkenntnissen. So zeichnet der kenianische Kolonialismusforscher Simon Gikandi in seinem Buch „Slavery and the Culture of Taste“ ein komplexes Bild des wechselseitigen Verhältnisses von Sklaverei und der Distinktion der Kultur von Geschmack der englischen Gesellschaft, die sich von der „Kulturlosigkeit“ der schwarzen Sklavenplantagenarbeiter abheben wollte. Heute wird die Frage von Geschmack auch in Bezug auf reduzierten Zuckerkonsum aufgrund aktueller gesundheitlicher Erkenntnisse neu diskutiert. 1853 begann die Zuckerproduktion in Siegendorf. 1988 legte sich ein letztes Mal der süßliche Geruch der Rüben-Kampagne über die Landschaft. Die Transportbänder sind längstabgebaut und das Areal mit denkmalgeschützten Gebäuden harrt seiner Zukunft. Die Ausstellung „Nach dem Zucker“ führt über sieben künstlerische Positionen in den kulturgeschichtlichen Kontext dieses Ortes.

Die künstlerischen Perspektiven auf das Themenfeld reichen von stillgelegten Zuckerfabriken im heutigen Tschechien, der Slowakei und Ungarn (Ilona Németh) über Kaffee-Plantagenarbeit in Uganda (Catrin Bolt), bis hin zu einer künstlerischen Recherche der Zuckerfabrik Siegendorf (Gabriele Sturm) oder der Transformation der Zuckerfabrik Enns in die „Kulturfabrik“ (Isa Rosenberger). Paul Busk schlägt ein großes Wandbild vor, Linda Luse transformiert einen Rübenhaufen und transparadiso bezieht sich auf „Abfallmaterialien“ der Zuckerproduktion.

Künstler:innen: Ilona Németh, Gabriele Sturm, Catrin Bolt, transparadiso, Isa Rosenberger, Paul Busk, Linda Luse

Mit Filmen von: Johannes Haider und Kolomann Watzek („Genesis einer Kunstfabrik“, 1995) sowie Günter Welz („Bittersüße Erinnerungen. Die Zuckerindustrie im Burgenland“, 2015)

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Samstag

  • Ab Wien Meidling (REX 65 Richtung Eisenstadt) – Abfahrt zur jeder beliebigen Stunde X:31 Uhr
  • Ankunft in Eisenstadt nach 1 Stunde 22 Minuten Fahrzeit
  • Vor dem Bahnhof: Bushaltestelle – Bus 281 Richtung Klingenbach
  • Ausstieg an der Haltestelle Gewerbegebiet Ost (direkt bei der Zuckerfabrik)

Sonntag

  • Ab Wien Meidling (REX 6 Richtung Deutschkreutz) - Abfahrt zu jeder beliebigen Stunde x:31
  • Ausstieg in Draßburg
  • 80 Meter Fußweg zur Bushaltestelle Draßburg, Antoniweg
  • 14:39 Uhr ab dort mit Bus 901 Richtung Eisenstadt
  • 14:45 Uhr Ausstieg in Siegendorf, Busstation Sonnengasse
  • Danach ca. 1 km Fußweg zur Zuckerfabrik

Bitte Fahrpläne kurz vor der Reise prüfen, da Änderungen möglich sind.

ENGLISH VERSION

We cordially invite you to the exhibition opening at the sugar factory in Siegendorf. Sugar, once a luxury commodity, came from overseas plantations where slaves were forced to labour. It was only when Napoleon drastically restricted this early global trade from 1807 onwards with his ‘Continental Blockade’ that Europe began to produce sugar from beet. Sugar production began in Siegendorf in 1853. In 1988, the sweet smell of the beet harvest wafted over the landscape for the last time. Today, the conveyor belts have long since been dismantled and the site, with its listed buildings, awaits its future.

The artistic perspectives on the subject range from decommissioned sugar factories in what is now the Czech Republic, Slovakia and Hungary (Ilona Nemeth) to coffee plantation work in Uganda (Catrin Bolt), and an artistic investigation of the sugar factory Siegendorf (Gabriele Sturm) or the transformation of the Enns sugar factory into the ‘Kulturfabrik’ (Isa Rosenberger). Paul Busk proposes a large mural, Linda Luse transforms a pile of beet, and transparadiso draws on ‘waste materials’ from sugar production.

Artists: Ilona Nemeth, Gabriele Sturm, Catrin Bolt, transparadiso, Isa Rosenberger, Paul Busk, Linda Luse

With films by: Johannes Haider and Kolomann Watzek (‘Genesis of an Art Factory’, 1995) and Günter Welz (‘Bittersweet Memories. The Sugar Industry in Burgenland’, 2015)

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